Copilot in Excel: Anleitung, Beispiele & was die KI wirklich kann
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Copilot verändert gerade deutlich, wie man mit Excel arbeiten kann. Statt jede Formel selbst aufzubauen oder eine Auswertung Schritt für Schritt zu erstellen, kannst du Excel inzwischen in normaler Sprache beschreiben, was du erreichen möchtest.
Du kannst Copilot beispielsweise bitten, eine Formel zu erstellen, Daten zu analysieren, auffällige Werte zu finden, eine PivotTable aufzubauen oder ein Diagramm zu erstellen. In aktuellen Versionen kann Copilot sogar Änderungen direkt in der Arbeitsmappe durchführen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Excel-Kenntnisse plötzlich überflüssig sind. Copilot kann Fehler machen, Anforderungen falsch verstehen oder Ergebnisse erzeugen, die auf den ersten Blick plausibel aussehen und trotzdem falsch sind. Microsoft empfiehlt deshalb selbst, KI-generierte Ergebnisse zu überprüfen.
In diesem Beitrag erfährst du, was Copilot in Excel aktuell kann, wie du ihn verwendest, welche Prompts in der Praxis hilfreich sind und wo die Grenzen der KI liegen.
Wir selbst setzen Copilot inzwischen täglich bei unserer Arbeit mit Excel ein. Vor 2 Jahren war der Copilot noch sehr schwach im Vergleich zu anderen KI-Modellen. Inzwischen ist er für uns aus Excel nicht mehr wegzudenken.
Was ist der Copilot in Excel?
Copilot ist Microsofts KI-Assistent innerhalb von Excel. Du beschreibst in normaler Sprache, was du mit deiner Arbeitsmappe machen möchtest, und Copilot versucht, die passende Lösung umzusetzen.
Dabei kann Copilot auf klassische Excel-Werkzeuge zurückgreifen. Dazu gehören unter anderem:
- Formeln
- Tabellen
- Diagramme
- PivotTables
- Filter
- Sortierungen
- bedingte Formatierungen
- Datenüberprüfung
- Arbeitsblätter und Zellbereiche
Copilot kann außerdem Zusammenfassungen erstellen, Trends erkennen, Ausreißer identifizieren und Daten auswerten. Inzwischen können auch Informationen aus anderen Arbeitsmappen sowie, abhängig von der verwendeten Funktion und Konfiguration, aus dem Web einbezogen werden.
Der große Unterschied zu einem normalen Chatbot besteht in der direkten Verbindung zur Arbeitsmappe. Copilot kann Excel-Strukturen erkennen und bestimmte Änderungen unmittelbar in der Datei durchführen.

Bild 1: Copilot lässt sich direkt innerhalb von Excel öffnen und über normale Sprache steuern.
Welche Voraussetzungen brauchst du für Copilot in Excel?
Ob Copilot bei dir verfügbar ist, hängt von deinem Microsoft-365-Abonnement, deinem Konto und gegebenenfalls den Einstellungen deines Unternehmens ab.
Bei Geschäfts-, Schul- oder Unikonten kann die Organisation festlegen, welche Copilot-Funktionen verfügbar sind. Microsoft unterscheidet inzwischen außerdem verschiedene Copilot-Zugriffsstufen. Bei privaten Microsoft-Konten hängt der Funktionsumfang ebenfalls vom jeweiligen Microsoft-365-Abonnement ab.
Wenn du Copilot in Excel nicht siehst, solltest du deshalb zunächst prüfen:
- ob du mit dem richtigen Microsoft-Konto angemeldet bist
- welche Microsoft-365-Lizenz du besitzt
- ob Copilot in deinem Abonnement enthalten ist
- ob deine Organisation Copilot freigeschaltet hat
- ob deine Excel-Version aktuell ist
Bei bestimmten privaten Microsoft-365-Konfigurationen setzt Copilot außerdem aktiviertes AutoSpeichern und eine in OneDrive gespeicherte Datei voraus.
Die genaue Verfügbarkeit verändert sich aktuell relativ schnell. Wenn Copilot bei dir anders aussieht als in den Screenshots dieses Artikels, kann das daher an Version, Plattform, Lizenz oder Rollout-Stand liegen.
Wir nutzen zum Stand des Artikel die Business-Lizenz in der eine einfache Version des Copilot integriert ist.
Stand dieses Artikels: September 2026.
Wo findest du Copilot in Excel?
In aktuellen Excel-Versionen findest du Copilot direkt innerhalb der Excel-Oberfläche.
Je nach Version wird das Copilot-Symbol beispielsweise im unteren rechten Bereich oder innerhalb der Excel-Oberfläche angezeigt. Nach dem Öffnen erscheint ein Eingabefeld beziehungsweise eine Seitenleiste.
Dort kannst du deine Anweisung eingeben.
Zum Beispiel:
Analysiere diese Tabelle und zeige mir
die drei auffälligsten Entwicklungen.
Oder:
Erstelle aus diesen Daten ein Diagramm,
das die monatliche Umsatzentwicklung zeigt.
Copilot analysiert anschließend deine Anfrage und führt die passenden Schritte aus beziehungsweise schlägt dir ein Ergebnis vor.

Bild 2: Über das Prompt-Feld beschreibst du Copilot, was in der Arbeitsmappe passieren soll.
Bearbeiten, Planen und Chatten: die drei Copilot-Modi
Copilot in Excel bietet aktuell drei unterschiedliche Modi:
- Bearbeiten
- Planen
- Chatten
Microsoft beschreibt diese Modi als unterschiedliche Möglichkeiten, mit deiner Arbeitsmappe zu arbeiten.
Bearbeiten
Im Bearbeitungsmodus darf Copilot Änderungen direkt in deiner Arbeitsmappe durchführen.
Du könntest beispielsweise schreiben:
Formatiere die Überschriften in Zeile 1 fett und füge Filter
für die gesamte Tabelle hinzu.
Oder:
Erstelle ein neues Tabellenblatt mit einer Zusammenfassung
der Monatsumsätze.
Copilot plant die notwendigen Schritte und setzt die Änderungen innerhalb der Arbeitsmappe um.
Dieser Modus ist besonders interessant für Aufgaben, die mehrere Schritte erfordern.
Planen
Im Planungsmodus erstellt Copilot zunächst einen Vorschlag, wie eine Aufgabe umgesetzt werden könnte.
Beispiel:
Ich möchte aus diesen Verkaufsdaten ein
übersichtliches Management-Dashboard erstellen.
Erstelle zuerst einen Plan.
Copilot kann dann beispielsweise vorschlagen:
- Daten bereinigen
- Kennzahlen berechnen
- PivotTable erstellen
- Diagramme ergänzen
- Dashboard-Blatt aufbauen
Du kannst den vorgeschlagenen Ablauf prüfen, bevor Änderungen durchgeführt werden.
Chatten
Im Chatmodus kannst du Fragen zu deinen Daten stellen, ohne dass Copilot direkt Änderungen an der Arbeitsmappe durchführen muss.
Zum Beispiel:
Welche drei Produkte haben im letzten Quartal
den größten Umsatzrückgang?
Dieser Modus eignet sich besonders, wenn du zunächst verstehen möchtest, was in deinen Daten passiert.
Auf Windows, Mac und im Web unterstützt Copilot aktuell alle drei Modi. Auf mobilen Geräten kann der Funktionsumfang geringer sein.
Formeln mit Copilot in Excel erstellen
Einer der praktischsten Anwendungsfälle ist das Erstellen von Excel-Formeln.
Stell dir vor, in Spalte B befindet sich der Umsatz und in Spalte C das Umsatzziel.
Du möchtest in Spalte D automatisch anzeigen, ob das Ziel erreicht wurde.
Statt die passende WENN-Formel selbst aufzubauen, kannst du Copilot schreiben:
Erstelle in Spalte D eine Formel, die "Ziel erreicht" anzeigt,
wenn der Umsatz in Spalte B mindestens so hoch ist wie das Ziel
in Spalte C. Andernfalls soll "Ziel nicht erreicht" erscheinen.
Copilot kann daraus beispielsweise eine passende WENN-Formel erzeugen und sie auf die vorgesehenen Zeilen anwenden.
Ein weiterer Prompt könnte lauten:
Erstelle eine Formel, die anhand der Artikelnummer in
A2 den passenden Preis aus der Tabelle "Produkte" zurückgibt.
Copilot kann erkennen, dass sich dafür beispielsweise XVERWEIS eignet.

Bild 3: Copilot kann aus einer normalen Beschreibung eine passende Excel-Formel erstellen.
Du möchtest die Funktion lieber selbst verstehen? In unserer XVERWEIS-Anleitung zeigen wir dir Aufbau, Beispiele und den Unterschied zum SVERWEIS.
Formeln mit Copilot erklären lassen
Copilot ist auch hilfreich, wenn du eine vorhandene Formel nicht verstehst.
Gerade in fremden oder älteren Arbeitsmappen stößt man häufig auf Formeln wie:
=WENNFEHLER(XVERWEIS(A2;Produkte!A:A;Produkte!D:D);"Nicht gefunden")
Du kannst Copilot beispielsweise fragen:
Erkläre mir die Formel in D2 Schritt für Schritt in
einfacher Sprache.
Oder:
Was passiert in dieser Formel und wann kann sie
einen Fehler erzeugen?
Das ist besonders hilfreich bei:
- verschachtelten WENN-Funktionen
- XVERWEIS
- SUMMEWENN und SUMMEWENNS
- INDEX und VERGLEICH
- Datumsberechnungen
- komplexeren dynamischen Formeln
Copilot kann dir damit helfen, bestehende Dateien schneller zu verstehen.
Trotzdem solltest du die Erklärung mit dem tatsächlichen Aufbau der Arbeitsmappe vergleichen. Eine gut klingende Erklärung ist noch kein Beweis dafür, dass die Formel fachlich richtig eingesetzt wurde.
Daten mit Copilot analysieren
Copilot kann Daten untersuchen und beispielsweise Trends, Zusammenfassungen oder Ausreißer erkennen. Microsoft nennt ausdrücklich Zusammenfassungen, Trends und Auffälligkeiten als mögliche Analyseergebnisse.
Angenommen, du hast Verkaufsdaten mit:
- Datum
- Produkt
- Mitarbeiter
- Region
- Umsatz
Dann könntest du fragen:
Analysiere diese Verkaufsdaten und zeige mir
die wichtigsten Entwicklungen.
Das Ergebnis ist allerdings häufig besser, wenn deine Frage konkreter ist.
Zum Beispiel:
Welche fünf Produkte hatten in den vergangenen drei Monaten
den größten prozentualen Umsatzrückgang?
Oder:
Vergleiche die Umsätze der Regionen Süd und West und nenne
auffällige Unterschiede.
Oder:
Finde ungewöhnlich hohe oder niedrige Werte in der Umsatzspalte
und erkläre mögliche Auffälligkeiten.
Je präziser dein Prompt formuliert ist, desto leichter kann Copilot erkennen, welche Analyse du erwartest.

Bild 4: Copilot kann Trends, Zusammenfassungen und Auffälligkeiten innerhalb einer Excel-Tabelle analysieren.
Diagramme mit Copilot erstellen
Auch Diagramme lassen sich über natürliche Sprache erzeugen.
Beispiel:
Erstelle ein Liniendiagramm, das die monatliche Umsatzentwicklung
zeigt.
Oder:
Vergleiche den Umsatz der fünf größten Produkte in
einem Balkendiagramm.
Copilot kann anschließend ein passendes Diagramm erstellen und mit den Quelldaten verbinden.
Du solltest das Ergebnis trotzdem überprüfen.
Frage dich:
- Passt der Diagrammtyp zur Aussage?
- Sind die richtigen Daten ausgewählt?
- Ist die Skalierung sinnvoll?
- Sind Überschrift und Achsen verständlich?
- Werden wichtige Unterschiede korrekt dargestellt?
KI kann dir den Aufbau beschleunigen. Die fachliche Bewertung bleibt weiterhin wichtig.
PivotTables mit Copilot erstellen
PivotTables sind ein weiterer Bereich, den Copilot unterstützen kann.
Du könntest beispielsweise schreiben:
Erstelle eine PivotTable mit dem Umsatz pro Region und Produkt.
Oder:
Erstelle eine PivotTable, die den Umsatz nach Monat zusammenfasst
und die Verkäufer in den Zeilen anzeigt.
Copilot kann eine PivotTable aus den vorhandenen Daten erzeugen.
Das ist besonders praktisch für Nutzer, die wissen, welche Auswertung sie benötigen, aber noch unsicher beim Aufbau einer PivotTable sind.
Trotzdem lohnt es sich, die Grundlagen von PivotTables zu verstehen. Du solltest erkennen können:
- welche Felder verwendet werden
- welche Kennzahl aggregiert wird
- ob SUMME, ANZAHL oder eine andere Berechnung verwendet wird
- ob Filter aktiv sind
- welche Datenquelle hinter der PivotTable steht
Sonst besteht die Gefahr, dass du ein optisch überzeugendes Ergebnis übernimmst, ohne zu verstehen, was tatsächlich berechnet wurde.
Daten sortieren und filtern
Auch einfache Aufgaben lassen sich über Copilot erledigen.
Zum Beispiel:
Filtere die Tabelle so, dass nur Umsätze über 10.000 Euro angezeigt
werden.
Oder:
Sortiere die Kunden nach Umsatz absteigend.
Oder:
Zeige nur Datensätze aus Bayern und Baden-Württemberg.
Copilot kann dafür die normalen Sortier- und Filterfunktionen von Excel verwenden.
Für einzelne Filter ist die klassische Excel-Funktion meistens schneller.
Interessant wird Copilot vor allem bei komplexeren Anweisungen wie:
Zeige nur Kunden aus Süddeutschland, deren Umsatz
über dem Durchschnitt liegt und die in den vergangenen 90 Tagen
mindestens drei Bestellungen aufgegeben haben.
Formatierungen mit Copilot automatisieren
Copilot kann auch Formatierungen verändern.
Zum Beispiel:
Markiere alle Umsätze unter dem Monatsziel rot und alle Werte
mindestens 10 Prozent über dem Ziel grün.
Oder:
Formatiere diese Tabelle übersichtlich und hebe
die Kopfzeile hervor.
Copilot kann dabei beispielsweise bedingte Formatierungen, Rahmen und Formatvorlagen anwenden.
Auch hier lohnt sich eine Kontrolle. Besonders bei komplexen bedingten Formatierungen solltest du prüfen, ob die Regeln auf den richtigen Bereich angewendet wurden.
Ganze Arbeitsblätter mit Copilot bearbeiten
Eine der größten Veränderungen bei Copilot in Excel ist, dass die KI inzwischen stärker direkt in der Arbeitsmappe arbeiten kann.
Du kannst beispielsweise schreiben:
Erstelle aus diesen Rohdaten ein neues Tabellenblatt mit
einer übersichtlichen Monatsauswertung.
Oder:
Bereinige die Tabelle, entferne leere Zeilen, formatiere
die Daten als Excel-Tabelle und erstelle anschließend eine Umsatzübersicht nach Monat.
Copilot kann eine Aufgabe zunächst analysieren, mehrere Arbeitsschritte planen und diese anschließend ausführen.
Genau bei solchen mehrstufigen Aufgaben liegt meiner Einschätzung nach das größte Potenzial von Copilot.
Eine einzelne SUMME-Formel kannst du schneller selbst schreiben.
Wenn Copilot jedoch aus Rohdaten mehrere Schritte automatisch ausführen kann, entsteht deutlich mehr Zeitersparnis.
Daten aus anderen Arbeitsmappen verwenden
Aktuelle Copilot-Versionen können auch Informationen aus anderen Excel-Arbeitsmappen abrufen. Microsoft nennt dafür Dateien auf OneDrive, SharePoint und teilweise auch lokale Dateien.
Ein möglicher Prompt wäre:
Vergleiche die Umsätze dieser Arbeitsmappe mit den Daten aus
der Datei "Umsatz_Vorjahr.xlsx".
Oder:
Übernimm die Produktpreise aus der Arbeitsmappe "Preisliste.xlsx"
und ergänze sie anhand der Artikelnummer.
Welche Dateien tatsächlich verwendet werden können, hängt von deiner Plattform, deiner Lizenz und den vorhandenen Berechtigungen ab.
Gerade in Unternehmen ist außerdem wichtig, dass Copilot die bestehenden Microsoft-365-Berechtigungen respektiert. Copilot soll nur Inhalte verwenden können, für die der jeweilige Nutzer bereits entsprechende Zugriffsrechte besitzt.
Informationen aus dem Web verwenden
Copilot kann bei bestimmten Aufgaben auch Webinformationen einbeziehen.
Beispielsweise könntest du nach aktuellen Informationen fragen und diese für eine Analyse verwenden.
Ein Prompt könnte lauten:
Suche die aktuellen Wechselkurse von Euro zu US-Dollar
und Britischem Pfund und ergänze sie in dieser Tabelle.
Microsoft nennt Websuche inzwischen ausdrücklich als Bestandteil der Copilot-Funktionen in Excel.
Hier gilt allerdings besonders: Quellen und Aktualität prüfen.
Bei Unternehmenszahlen, Wechselkursen, rechtlichen Informationen oder anderen sensiblen Daten solltest du niemals davon ausgehen, dass ein KI-Ergebnis automatisch korrekt oder vollständig ist.
10 praktische Copilot-Prompts für Excel
Die Qualität der Ergebnisse hängt stark davon ab, wie konkret du deine Anfrage formulierst.
Hier sind zehn Beispiele, die du als Ausgangspunkt verwenden kannst.
1. Formel erstellen
Erstelle in Spalte F eine Formel, die Umsatz minus Kosten berechnet.
Wenn eine der beiden Zellen leer ist, soll das Ergebnis
ebenfalls leer bleiben.
2. XVERWEIS erstellen
Erstelle eine XVERWEIS-Formel, die anhand der Artikelnummer
in A2 den passenden Preis aus dem Tabellenblatt "Produkte" übernimmt.
3. Daten analysieren
Analysiere die Umsätze der letzten zwölf Monate und
nenne die drei stärksten positiven und negativen Entwicklungen.
4. Ausreißer suchen
Finde Werte in der Spalte "Kosten", die deutlich
vom üblichen Bereich abweichen, und markiere sie.
5. PivotTable erstellen
Erstelle eine PivotTable mit dem Umsatz pro Monat und Region.
Zeige zusätzlich die Gesamtsumme je Region.
6. Diagramm erstellen
Erstelle ein Liniendiagramm für die monatliche Umsatzentwicklung
und verwende eine verständliche Überschrift.
7. Bedingte Formatierung
Markiere alle Werte in der Spalte "Ergebnis" rot,
wenn sie negativ sind, und grün, wenn sie mindestens 10 Prozent
über dem Ziel liegen.
8. Tabelle bereinigen
Prüfe diese Tabelle auf leere Zeilen, doppelte Datensätze
und inkonsistente Formatierungen.
Erstelle zuerst einen Plan, bevor du Änderungen vornimmst.
9. Management-Zusammenfassung
Erstelle aus diesen Daten eine kurze Zusammenfassung
mit Gesamtumsatz, Veränderung zum Vormonat, Top-3-Produkten
und den wichtigsten Auffälligkeiten.
10. Dashboard planen
Ich möchte aus diesen Daten ein einfaches Management-Dashboard
erstellen. Entwickle zuerst einen sinnvollen Aufbau
mit maximal fünf Kennzahlen und drei Diagrammen.
Diese Beispiele kannst du an deine eigene Arbeitsmappe anpassen.
So schreibst du bessere Copilot-Prompts
Ein Prompt wie:
Analysiere meine Tabelle.
ist sehr allgemein.
Copilot muss dann selbst entscheiden, welche Analyse interessant sein könnte.
Besser ist:
Vergleiche die monatlichen Umsätze der letzten zwölf Monate
und zeige mir die drei Monate mit dem stärksten Rückgang
gegenüber dem jeweiligen Vormonat.
Ein guter Prompt beantwortet möglichst mehrere dieser Fragen:
- Was soll Copilot tun?
- Auf welche Daten soll sich die Aufgabe beziehen?
- Welche Bedingung soll berücksichtigt werden?
- In welchem Format möchtest du das Ergebnis?
- Soll Copilot nur analysieren oder die Arbeitsmappe verändern?
Ein besonders hilfreicher Zusatz lautet:
Erstelle zuerst einen Plan und führe noch keine Änderungen durch.
Damit kannst du die vorgeschlagene Vorgehensweise zunächst prüfen.
Copilot oder klassische Excel-Formeln?
Copilot macht klassische Excel-Funktionen nicht überflüssig.
Wer beispielsweise weiß, dass die Summe von B2 bis B20 benötigt wird, ist mit:
=SUMME(B2:B20)
meist schneller als mit einem KI-Prompt.
Copilot wird interessanter, sobald:
- du die passende Funktion nicht kennst
- eine Formel komplexer wird
- mehrere Arbeitsschritte erforderlich sind
- eine bestehende Formel erklärt werden soll
- Daten analysiert werden sollen
- eine komplette Auswertung aufgebaut werden soll
Excel-Grundlagen bleiben deshalb wertvoll.
Je besser du Excel verstehst, desto leichter kannst du beurteilen, ob Copilot ein korrektes Ergebnis geliefert hat.
Copilot vs. ChatGPT für Excel
Copilot und ChatGPT können sich bei Excel-Aufgaben überschneiden.
Der große Vorteil von Copilot liegt in der direkten Integration in Microsoft Excel. Die KI kann die aktuelle Arbeitsmappe verstehen und – je nach Modus und Berechtigung – direkt darin Änderungen durchführen.
ChatGPT eignet sich besonders gut für Erklärungen, alternative Lösungswege, Fehlersuche, das Entwickeln von Formeln oder das Durchdenken komplexerer Excel-Probleme. Je nach verwendeter ChatGPT-Funktion können auch Excel-Dateien analysiert werden.
Ein typischer Unterschied im Arbeitsablauf:
Mit Copilot könntest du direkt in Excel schreiben:
Erstelle aus diesen Daten eine PivotTable.
Für ChatGPT würdest du eher das Problem beziehungsweise die Datei bereitstellen und dir erklären lassen, wie die Lösung aufgebaut werden kann.
Welche Variante besser passt, hängt von deiner Aufgabe ab.
Für direkte Veränderungen innerhalb einer Microsoft-365-Arbeitsmappe besitzt Copilot einen natürlichen Vorteil durch die Integration.
Für ausführliche Erklärungen, alternative Ansätze oder das gemeinsame Durchdenken eines Problems kann ein allgemeiner KI-Assistent wiederum sehr hilfreich sein.
Viele Nutzer werden wahrscheinlich beide Werkzeuge verwenden.
Wo Copilot in Excel Fehler machen kann
Copilot kann überzeugend formulieren und trotzdem falsch liegen.
Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass KI-generierte Formeln, Tabellen und Erkenntnisse ungenau sein können und überprüft werden sollten.
Besonders vorsichtig solltest du bei diesen Bereichen sein:
- komplexen Finanzberechnungen
- steuerlichen Berechnungen
- rechtlichen Auswertungen
- großen verschachtelten Formeln
- unvollständigen Daten
- Daten mit inkonsistenten Formaten
- falschen oder fehlenden Überschriften
- mehrdeutigen Prompts
Ein einfaches Beispiel:
Du fragst:
Berechne die Marge.
Dabei ist nicht eindeutig, ob du eine absolute Marge, eine Marge in Prozent oder eine bestimmte interne Definition meinst.
Besser wäre:
Berechne in Spalte F die Marge in Prozent nach der Formel
(Verkaufspreis - Einkaufspreis) / Verkaufspreis.
Die fachliche Definition kommt weiterhin von dir.
Copilot hilft bei der Umsetzung.
Ergebnisse immer kontrollieren
Wenn Copilot eine Formel erstellt, kontrolliere mindestens:
- die verwendeten Zellbereiche
- absolute und relative Zellbezüge
- die verwendete Funktion
- die Fehlerbehandlung
- das Ergebnis anhand einiger Beispielwerte
Bei einer PivotTable solltest du prüfen:
- Datenquelle
- Zeilenfelder
- Spaltenfelder
- Wertefelder
- Berechnungsart
- Filter
Bei einer Analyse solltest du fragen:
- Sind die Daten vollständig?
- Wurde der richtige Zeitraum betrachtet?
- Ist die Aussage tatsächlich aus den Daten ableitbar?
- Gibt es alternative Erklärungen?
KI spart Arbeit. Die Verantwortung für das Ergebnis verschwindet dadurch nicht.
Datenschutz und sensible Unternehmensdaten
Gerade bei Excel ist Datenschutz besonders wichtig, weil Arbeitsmappen häufig sensible Informationen enthalten.
Dazu können gehören:
- Kundendaten
- Umsätze
- Gehälter
- Personaldaten
- Kalkulationen
- interne Preise
- Forecasts
- Geschäftsgeheimnisse
Für Microsoft 365 Copilot mit Unternehmensschutz erklärt Microsoft, dass Prompts, Antworten und über Microsoft Graph verwendete Organisationsdaten nicht zum Training der zugrunde liegenden Foundation-Modelle verwendet werden. Außerdem gelten bestehende Microsoft-365-Berechtigungen weiter.
Das bedeutet trotzdem nicht, dass Unternehmen Copilot ohne Regeln einsetzen sollten.
Vor dem produktiven Einsatz sollte geklärt werden:
- Welche Daten dürfen mit Copilot verarbeitet werden?
- Wer darf auf welche Dateien zugreifen?
- Sind SharePoint- und OneDrive-Berechtigungen korrekt?
- Welche internen Datenschutzrichtlinien gelten?
- Welche Copilot-Lizenz und welche Schutzmechanismen werden verwendet?
Ein besonderes Risiko entsteht, wenn Zugriffsrechte bereits vor Einführung von Copilot zu großzügig vergeben wurden. Copilot kann bestehende Berechtigungen nutzen. Deshalb wird sauberes Berechtigungsmanagement noch wichtiger.
Copilot in Excel im Unternehmen
Für Unternehmen liegt das Potenzial weniger darin, einzelne Formeln schneller erstellen zu lassen.
Spannender sind wiederkehrende Prozesse.
Ein Beispiel:
Ein Team erstellt jeden Monat einen Report.
Bisher läuft der Prozess so:
Daten exportieren, Tabelle bereinigen, Spalten ergänzen, Formeln einfügen, PivotTable aktualisieren, Diagramme anpassen und Ergebnisse zusammenfassen.
Genau bei solchen mehrstufigen Aufgaben kann Copilot interessant werden.
Ein möglicher Prompt wäre:
Prüfe die neuen Monatsdaten, bereinige leere Zeilen,
aktualisiere die Auswertung und erstelle anschließend
eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Veränderungen.
Zeige mir zuerst deinen Plan.
Ob dieser Prozess zuverlässig genug automatisiert werden kann, muss praktisch getestet werden.
Copilot sollte bei wichtigen Unternehmensprozessen nicht einfach ungeprüft Änderungen durchführen.
Wird Excel-Wissen durch Copilot überflüssig?
Aus meiner Sicht eher das Gegenteil.
Wer Excel versteht, kann Copilot deutlich besser einsetzen.
Stell dir zwei Nutzer vor.
Person A weiß kaum, wie Excel funktioniert.
Copilot erzeugt eine komplexe Formel und Person A übernimmt sie, weil das Ergebnis plausibel aussieht.
Person B versteht Zellbezüge, Datentypen und die verwendete Funktion.
Diese Person kann beurteilen:
- ob die Formel logisch aufgebaut ist
- ob die richtigen Daten verwendet werden
- ob ein Fehlerfall fehlt
- ob eine einfachere Lösung möglich wäre
Copilot senkt die Einstiegshürde. Gleichzeitig wird die Fähigkeit wichtiger, Ergebnisse zu kontrollieren.
Excel-Kenntnisse entwickeln sich dadurch stärker von „Wie schreibe ich jede Formel auswendig?“ hin zu „Verstehe ich den Prozess und kann ich eine gute Lösung beurteilen?“.
Wenn du noch am Anfang stehst, findest du in unserem Ratgeber Excel lernen für Anfänger eine sinnvolle Reihenfolge für die wichtigsten Grundlagen.
Was passiert mit der =COPILOT()-Funktion?
Vielleicht hast du bereits von einer neuen Excel-Funktion gesehen, die so verwendet wurde:
=COPILOT(...)
Microsoft hatte diese Funktion im Frontier- und Insider-Programm getestet.
Wichtig: Ab dem 14. September 2026 wird die separate COPILOT-Funktion laut Microsoft nicht mehr verfügbar sein. Microsoft verweist stattdessen auf das allgemein verfügbare Copilot-in-Excel-Erlebnis.
Deshalb würde wir aktuell keine neue Excel-Datei oder einen wichtigen Prozess auf der =COPILOT()-Funktion aufbauen.
Die Einstellung dieser einzelnen Arbeitsblattfunktion bedeutet jedoch nicht, dass Copilot aus Excel verschwindet.
Im Gegenteil: Microsoft bündelt die KI-Funktionen stärker innerhalb des allgemeinen Copilot-Erlebnisses, über das Arbeitsmappen bearbeitet, Daten analysiert und Excel-Elemente erstellt werden können.
Stand: 5. September 2026.
Copilot sinnvoll lernen
Beim Einstieg würde ich Copilot nicht sofort mit einer wichtigen Unternehmensdatei testen.
Erstelle zunächst eine einfache Übungsdatei.
Zum Beispiel mit:
- Datum
- Produkt
- Menge
- Preis
- Umsatz
- Region
Teste anschließend verschiedene Aufgaben:
Erstelle eine Formel für den Umsatz.
Zeige mir den Umsatz je Region.
Erstelle daraus eine PivotTable.
Erstelle ein Diagramm der monatlichen Entwicklung.
Finde auffällige Werte.
Dadurch lernst du, welche Aufgaben Copilot zuverlässig löst und bei welchen Prompts du präziser werden musst.
Häufige Fragen zu Copilot in Excel
Was kann Copilot in Excel?
Copilot kann unter anderem Formeln erstellen, Daten analysieren, Diagramme und PivotTables erzeugen, Daten sortieren und filtern, Formatierungen anwenden und Arbeitsblätter bearbeiten. Der genaue Funktionsumfang hängt von Plattform, Lizenz und Rollout-Stand ab.
Ist Copilot in Excel kostenlos?
Copilot ist nicht für jedes Microsoft-Konto und jede Excel-Version automatisch im gleichen Umfang verfügbar. Der Zugriff hängt vom Microsoft-365-Abonnement, der Copilot-Lizenz und bei Unternehmen von den Einstellungen der Organisation ab.
Kann Copilot Excel-Formeln erstellen?
Ja. Du kannst die gewünschte Berechnung in normaler Sprache beschreiben und Copilot kann eine passende Excel-Formel erstellen beziehungsweise anwenden.
Kann Copilot PivotTables erstellen?
Ja. Copilot kann PivotTables erstellen und Daten damit zusammenfassen beziehungsweise analysieren.
Kann Copilot Diagramme erstellen?
Ja. Diagramme gehören zu den Funktionen, die Copilot in Excel erstellen und bearbeiten kann.
Kann Copilot meine Excel-Datei direkt verändern?
Im Bearbeitungsmodus kann Copilot Änderungen direkt innerhalb der Arbeitsmappe durchführen. Dazu gehören beispielsweise Zellwerte, Formatierungen, Arbeitsblätter, Formeln, Diagramme und PivotTables.
Macht Copilot Fehler?
Ja. Microsoft weist darauf hin, dass KI-generierte Inhalte ungenau sein können. Formeln, Berechnungen und Analysen sollten deshalb kontrolliert werden.
Werden Unternehmensdaten zum Training der KI verwendet?
Für Microsoft 365 Copilot mit den entsprechenden Unternehmensschutzmechanismen erklärt Microsoft, dass Prompts, Antworten und über Microsoft Graph verwendete Daten nicht zum Training der zugrunde liegenden Foundation-Modelle verwendet werden.
Ist Copilot besser als ChatGPT für Excel?
Das hängt von der Aufgabe ab. Copilot besitzt den Vorteil der direkten Integration in Excel und kann Änderungen innerhalb der Arbeitsmappe durchführen. ChatGPT kann wiederum sehr hilfreich für Erklärungen, Fehlersuche und das Entwickeln alternativer Lösungswege sein.
Wird die COPILOT-Funktion in Excel abgeschafft?
Die separate Arbeitsblattfunktion =COPILOT() wird laut Microsoft ab dem 14. September 2026 nicht mehr verfügbar sein. Das allgemeine Copilot-Erlebnis in Excel bleibt bestehen.
Fazit: Wie sinnvoll ist Copilot in Excel?
Copilot in Excel ist inzwischen deutlich mehr als ein Werkzeug zum Erstellen einzelner Formeln.
Die KI kann Arbeitsmappen bearbeiten, Daten analysieren, PivotTables und Diagramme erstellen, Informationen zusammenfassen und mehrere Arbeitsschritte miteinander verbinden.
Besonders interessant wird Copilot bei Aufgaben, bei denen du weißt, welches Ergebnis du benötigst, aber nicht jeden Excel-Schritt selbst aufbauen möchtest.
Die Qualität hängt allerdings stark von deinen Daten und deinen Anweisungen ab.
Ein präziser Prompt erzeugt meistens bessere Ergebnisse als eine allgemeine Anfrage. Gleichzeitig solltest du Formeln, Berechnungen und Analysen weiterhin kontrollieren.
Copilot verändert deshalb vor allem die Art, wie wir mit Excel arbeiten.
Du musst möglicherweise weniger Befehle auswendig kennen. Dafür werden drei Fähigkeiten immer wichtiger:
das Problem verstehen, eine klare Anweisung formulieren und das Ergebnis fachlich prüfen.
Wer diese drei Punkte beherrscht und zusätzlich die Excel-Grundlagen versteht, kann Copilot zu einem sehr leistungsfähigen Werkzeug im Arbeitsalltag machen.